Julia Klöckner zu Gast in Köln

Serap Güler und Julia Klöckner fordern klare Stellungnahme hiesiger türkischer Verbände zu den anhaltenden Beleidigungen der türkischen Regierung

Am gestrigen Montag luden Serap Güler und Julia Klöckner zur gemeinsamen Veranstaltung nach Köln ein, um in Anwesenheit von 100 Gästen über Wahlkampfauftritte türkischer Politiker in Deutschland zu diskutieren.

„Die Türkei ist ein autonomer Staat. Deshalb können wir Beleidigungen seitens der türkischen Regierung nicht stoppen. Was wir aber können ist zu entscheiden, ob wir in unserem Land dem Propaganda-Wahlkampf des Ministerpräsidenten Einhalt gebieten. Wer der Bundeskanzlerin „NAZI-Taktiken“ unterstellt, ist nicht nur in höchstem Maße geschichtsvergessen, sondern setzt ein gutes Miteinander aufs Spiel. Erdogan und seine Minister sind aktuell nicht willkommen“, so Klöckner.

Güler weiter: „Das Verhalten der türkischen Regierung zeigt umso mehr, dass wir Herrn Erdogan nicht den Wunsch erfüllen dürfen, auf Kosten unserer Freiheit die Demokratie in der Türkei weiter auszuhöhlen. Ein innertürkischer Konflikt gehört nicht nach Deutschland. Lassen wir Wahlkampfauftritte türkischer Politiker in der momentanen politischen Lage zu, ist das falsch verstandene Toleranz. Gleichzeitig dürfen wir die Bevölkerung in der Türkei, ebenso wie die türkischstämmige Community in Deutschland nicht über einen Kamm scheren und mit Erdogan gleichsetzen.“

Mit der Veranstaltung appellierten Julia Klöckner und Serap Güler an die hiesigen türkischen Verbände: „Wir erwarten von den türkischen Verbänden in Deutschland, wie etwa der Ditib, sich klar zu den verbalen Entgleisungen des türkischen Ministerpräsidenten zu positionieren. Wer als Vermittler auftritt darf nicht nur mit dem Finger nach Deutschland zeigen, sondern muss auch zur Eskalationspolitik Erdogans Stellung beziehen.“