Frau Güler, was verbinden Sie mit Köln?

In erster Linie ist Köln meine Heimat. Ich lebe seit nunmehrfünf Jahren in der Domstadt und fühle mich, wie man so schön sagt, „pudelwohl“. Köln hat alles zu bieten, was für mich Lebensqualität ausmacht: lebensfrohe und aufgeschlossene Menschen, Traditions-bewusstsein, viele Grünflächen, leckeres Essen und natürlich den kölschen Karneval.

2012 wurden Sie erstmals in den Landtag gewählt. Was sind für Sie die zentralen Erkenntnisse in dieser Zeit als Kölner Abgeordnete?

Ich habe in den vergangenen fünf Jahren unglaublich viele interessante Menschen kennen gelernt, mit ganz unterschiedlichen Schicksalen und Problemen. Mein zentrales Fazit ist: Gesetze werden zwar in Düsseldorf verabschiedet, die eigentliche Politik findet aber im Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern statt.

Am 14. Mai sind Landtagswahlen. Was sind für Sie die dringendsten Probleme in Köln?

Handlungsbedarf gibt es in fast allen Bereichen. Zu den zentralen Problemen der Stadt zählen für mich aber ein mangelndes Sicherheitsgefühl, was sich unter anderen an der viel zu hohen Einbruchsrate ablesen lässt, zu hohe Mieten, zu wenig Kitaplätze vor allem für unter Dreijährige und die angespannte Verkehrssituation.

Was wollen Sie als Landtagskandidatin in Köln erreichen?

Ich setze mich für ein soziales, sicheres und vielfältiges Köln ein. Ich will, dass Familien wieder stärker unterstützt werden, z.B. durch mehr Kitaplätze. Außerdem ist es mein Ziel, dass wir Kölner uns wieder sicher fühlen. Darüber hinaus soll Köln künftig von Landesmitteln genauso stark profitieren, wie das Ruhrgebiet.

Eines der zentralen Themen des Wahlkampfes war die überlastete Verkehrsinfrastruktur in NRW. Wie sehen Ihre konkreten verkehrspolitischen Ziele für Köln aus?

2015 war Köln die staureichste Stadt Deutschlands, im letzten Jahr waren wir auf Platz 3. Kurzfristig müssen wir dafür sorgen, dass wir das Baustellen-Management verbessern. Langfristig gilt es, den Verkehr intelligenter steuern. Dazu zählt unter anderem der Ausbau von Fahrradwegen und des ÖPNVs.

Die Silvesternacht 2015 hat Köln weltweit in die Schlagzeilen gebracht. Was muss getan werden, damit Vorfälle wie diese sich nicht wiederhohlen?

Grundvoraussetzung ist, dass wir unmissverständlich formulieren, was wir von Menschen erwarten, die in Deutschland leben oder sich hier aufhalten. Das haben wir getan. Für künftige Großveranstaltungen gilt, dass der Schutz der Bürgerinnen und Bürger weiterhin an erster Stelle steht. Deshalb setzt sich die CDU auch für mehr Polizisten auf unseren Straßen und den Ausbau der Videoüberwachung ein.

Viele Kölner Schulen klagen über finanzielle Engpässe und zu wenig Personal. Was würde sich im Bereich Bildung verändern, wenn die CDU in Regierungsverantwortung kommt?

Die CDU und auch ich ganz persönlich setzen uns für mehr Bildungsgerechtigkeit ein. Bildung muss sich für alle lohnen, unabhängig von Elternhaus und Herkunft. Konkret fordern wir, dem Unterrichtsausfall endlich einen Riegel vorzusetzen, wieder mehr in Bildung zu investieren und mehr Lehrerinnen und Lehrer einzustellen, damit überfüllte Klassen der Vergangenheit angehören.

Sie sind integrationspolitische Sprecherin der CDU Landtagsfraktion. Was sind für Sie die größten Herausforderungen in der Integration?

Die größten Herausforderungen der nächsten Jahre besteht darin, Flüchtlingen mit Bleibeperspektive die Möglichkeit zu geben, sich selbständig ein Leben innerhalb der Gesellschaft aufzubauen. Darüber hinaus dürfen wir aber nicht vergessen, dass Integration jeden von uns Betrifft – sowohl Flüchtlinge, als auch die erste oder zweite Generation von Gastarbeitern, sowie jede und jeder, der langfristig in Deutschland leben will. Köln selber steht für Vielfalt und Toleranz, das soll auch künftig so bleiben.  

Wie unterscheidet sich die Politikerin Serap Güler von der Privatperson Serap Güler?

Ich glaube, alle die mich kennen, bestätigen, dass ich als Politikerin und als Privatperson genau gleich bin. Ich bin offen, ehrlich und direkt, scheue mich nicht vor der ein oder anderen unangenehmen Situation und stelle mich auch mal gerne neuen Herausforderungen.

Was wünschen Sie sich für die nächsten fünf Jahre?

Zunächst einmal hoffe ich am 14. Mai auf das Vertrauen der Wählerinnen und Wähler auch in den nächsten fünf Jahren als Landtagsabgeordnete aktiv Politik machen zu dürfen. Darüber hinaus wünsche ich mir, dass wir die Probleme in unserer Heimat endlich anpacken. Gemeinsam mit der CDU setze ich mich dafür ein, dass NRW aufhört Schlusslicht zu sein und dem gerecht wird, was es eigentlich ist: ein wirtschaftlich starkes Bundesland mit großen Perspektiven für die Zukunft.